Capra Grigia oder "Cavra del sass"

Die Graue Bergziege

Die Capra Grigia (Graue Bergziege) wird extensiv gehalten, bewegt sich äusserst sicher im steilen und unwegsamen Gelände und ist sehr alptüchtig. Sie ist bestens an das alpine Haltungssystem angepasst: lange Alpzeit, freie Haltung auf steilen Allmendweiden. Dank ihrer Robustheit und Vitalität ertragen sie das oft raue Klima in grossen Höhen. Als klassische Zweinutzungsziege kann sie sowohl in der Muttergeissenhaltung als auch als Milchziege mit respektabler Milchleistung eingesetzt werden. Das Erhaltungszuchtprojekt für die Capra Grigia befindet sich noch in der Aufbauphase. Das bedeutet, dass immer noch neue graue Tiere, die ProSpecieRara gemeldet werden, ins Zuchtbuch aufgenommen werden können. In dieser Phase ist Toleranz gefragt bei Abweichungen vom Rassestandard wie zum Beispiel weissen Flecken oder zu dunklen oder zu hellen Tiere. Erst wenn der Bestand in den kommenden Jahren wieder zugenommen hat, kann die Zuchtauswahl strenger erfolgen.

Herkunft und Entwicklung
Die graue Bergziege Capra Grigia stammt aus den Tälern des Tessins und Graubündens, wo ihre Existenz seit über 100 Jahren dokumentiert ist. Der allgemeine Rückgang der Ziegenbestände, das Nicht-Anerkennen der Capra Grigia während der Ziegenrassenbereinigung von 1938 und das CAE-Virus haben dazu beigetragen, dass diese Rasse beinahe ausgestorben ist. Nur in den hintersten Bergtälern, wo ihre Trittsicherheit besonders zur Geltung kam, hatte die Capra Grigia eine Überlebenschance. Die Stiftung fand Ende der 90er-Jahre nur noch wenige Tiere, die als Nachfahren der historisch belegten Gruppe der graufarbigen Tessiner Ziegen bezeichnet werden konnten. Laut historischen Dokumenten von 1897 umfassten diese die Schläge Livinerziege, die Blenio-Valmaggiaziege und die Rivieraziege, die heute in der Rasse Capra Grigia zusammengefasst sind. Im Frühjahr 2006 konnte ProSpecieRara die Capra Grigia beim Bundesamt für Landwirtschaft wieder als offizielle Schweizer Rasse anerkennen lassen - ein wichtiger Erfolg auf dem Weg der Erhaltung.

 

Heutige Verbreitung
Die Graue Bergziege ist heute eine der bedrohtesten Schweizer Ziegenrasse in der Schweiz. Sie ist vor allem auf der Alpensüdseite im Misox und im Calancatal anzutreffen. Zunehmend begeistern sich aber auch Züchter in der Deutschschweiz und der Romandie für die stolzen Ziegen.

 

(Quelle:ProSpecieRara)